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Für MedizinerInnen

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"Gemeinsam Gesund" - gegen die Apothekenreform

Liebe Nutzerinnen und Nutzer des Forum Impfen,

die anstehende Apothekenreform ist neben der geplanten Genehmigung zu Schnelltestungen und der Ausgabe von Medikamenten ohne Rezept in bei Chronikern aber auch bei akuten Fällen insbesondere in Hinblick auf die Genehmigung zur Durchführung aller Impfungen mit Totimpfstoffen bei Erwachsenen ein radikaler Eingriff in die ärztliche Kompetenz. Als Plattform für die die Qualität in der Impfmedizin im Vordergrund steht wollen wir die Petition der Deutschen Fachgesellschaft Reisemedizin (DFR) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG) unterstützen. Scannen Sie den QR-Code oder nutzen Sie den Direktlink und unterstützen Sie die Petition gegen die Apothekenreform „Gemeinsam gesund“.

gemeinsam gesund

Denn:

Impfungen sind eine zentrale Maßnahme der Primärprävention und werden überwiegend an gesunden Personen durchgeführt. Daraus ergibt sich eine besonders hohe Verantwortung für Sicherheit, Aufklärung und Qualität. Diese Anforderungen können nur durch umfassend medizinisch ausgebildete Fachkräfte erfüllt werden.

Die Indikationsstellung, Aufklärung und Durchführung einer Impfung erfordern fundiertes Wissen über Anatomie, Immunologie, Pharmakologie und Notfallmedizin. Apothekerinnen und Apotheker verfügen – auch mit Zusatzfortbildungen – nicht über die erforderliche medizinische Ausbildung, um Impfungen sicher, indikationsgerecht und rechtskonform durchzuführen. Sie können insbesondere keine Impfreaktionen oder Notfälle adäquat behandeln. Zudem ergeben sich haftungsrechtliche Fragen (§ 223 StGB, Arzthaftungsrecht), die eine ärztliche Durchführung zwingend erforderlich machen.

Die aktuell vorgesehene Neuregelung würde auch die Reiseimpfungen betreffen. Reisemedizinische Impfungen bedürfen einer individuellen, medizinisch komplexen Beratung, die Reiseziele, Begleiterkrankungen und Arzneimittelinteraktionen berücksichtigt. Diese fachliche Kompetenz setzt eine ärztliche Ausbildung mit spezifischer Zusatzqualifikation in Reisemedizin voraus, die in der pharmazeutischen Ausbildung nicht vorgesehen ist.

Die Trennung zwischen Verordnendem und Abgebendem – Arzt und Apotheke – ist ein grundlegendes ethisches Prinzip. Sie verhindert wirtschaftliche Interessenkonflikte zwischen medizinischer Indikation und Produktverkauf. Durch die geplante Änderung der Apothekenbetriebsordnung würden Apotheken sowohl impfen als auch am Impfstoffverkauf verdienen – ein klarer Interessenkonflikt, der das Vertrauen der Patientinnen und Patienten gefährdet.

Zudem entsteht eine ungleiche Wettbewerbs- und Vergütungssituation: Während Apotheken künftig Impfungen vergütet bekämen, können Ärztinnen und Ärzte im stationären Bereich oder ohne Kassenzulassung STIKO-Impfungen häufig nicht abrechnen. Diese Ungleichbehandlung schwächt den ärztlichen Präventionsbereich und lenkt finanzielle Mittel zulasten der ambulanten Versorgung um.

Im Gesetzesentwurf wird ausschließlich auf Erwachsenenimpfungen Bezug genommen, während Kinder- und Jugendimpfungen – die für die öffentliche Gesundheit besonders relevant sind – völlig ausgeklammert bleiben. Zudem fehlt eine belastbare Evidenz, dass Impfungen in Apotheken die Impfquote tatsächlich erhöhen.

Bei zunehmender Impfskepsis ist eine qualifizierte, empathische ärztliche Kommunikation entscheidend. Diese kann nur von Fachleuten erfolgen, die in Prävention, Gesprächsführung und Risikoabwägung umfassend geschult sind.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung – damit ärztliche Kompetenzen in ärztlicher Hand bleiben.

Dr. Markus Frühwein

Vorstand Forum Impfen e. V.

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